Zwischen Tomaten und Brennnesseln: Was im Spätsommer im Hofgarten alles lebt

Ende August ist einer dieser Momente, in dem man im Garten stehen bleibt und einfach schaut. Nicht weil etwas zu tun wäre. Sondern weil gerade alles gleichzeitig da ist.

Die letzten Tomaten reifen neben Bohnen, die noch in Blüte sind. Zwischen den Gemüsereihen wächst Brennnessel [A1: bitte bestätigen oder ersetzen] – nicht weil wir vergessen haben zu jäten, sondern weil sie dazugehört. Ihre Wurzeln lockern den Boden, ihre Blätter ziehen Insekten an. Wenn die Saison endet, geht sie als Mulch in die Erde zurück. Das ist keine romantische Idee – das ist praktischer Hofalltag.


Das Nebeneinander

Im Hofgarten Schwarzenbach wachsen Nutzpflanzen und wilde Begleiter Seite an Seite. Schafgarbe, Wegerich und andere heimische Wildpflanzen [A1] stehen zwischen Gemüsebeeten – nicht als Unkraut, das bekämpft werden muss, sondern als Teil eines Gleichgewichts. Heimische Wildpflanzen locken Insekten an, die Nutzpflanzen bestäuben. Und im Spätsommer, wenn viele andere Pflanzen bereits verblüht sind, liefern spätblühende Wildpflanzen noch Nektar und Pollen für Wildbienen [A2] und andere Insekten.

Ein Permakultur-Garten räumt nicht auf, wenn der Sommer geht. Samenstände bleiben stehen – als Nahrungsquelle für Vögel und als Ausgangspunkt für die nächste Saison. Ecken, die nicht gemäht werden [A3: bitte bestätigen], bieten Lebensraum für Kleintiere, Bodenlebewesen und Insekten. Was von aussen unfertig aussieht, ist von innen ein System, das von sich aus weiterarbeitet.


Der Systemblick

Ende August wird sichtbar, was ein ganzes Jahr aufgebaut hat.

Was im Frühling als Setzling in die Erde kam, steht jetzt als reife Pflanze. Was die Bienen im Sommer bestäubt haben, hängt jetzt als Frucht. Was das Wasser durch den Garten getragen hat, zeigt sich in prallen Beeren und frischem Gemüse.

Auf dem Hof Schwarzenbach ist der Garten kein abgegrenztes Stück Boden, das für sich allein funktioniert. Auf den angrenzenden Weiden grasen Schafe und Jungrinder [A4: bitte bestätigen, ob Ende August sichtbar] – Teil desselben Ortes, derselben Kreisläufe. In der Permakultur werden Tiere als aktive Mitgestalter des Systems verstanden: Schafe halten Wiesen offen, Insekten bestäuben Pflanzen, Bodenlebewesen wandeln organisches Material in Humus um.


Teil von etwas Grösserem

Permakultur Schwarzenbach ist bei Mission B registriert – der Schweizer Initiative, die Biodiversitätsprojekte in der ganzen Schweiz vernetzt und sichtbar macht. Über 851 registrierte Projekte in der Schweiz haben zusammen mehr als fünf Millionen Quadratmeter neue Biodiversitätsfläche gemeldet. Was auf dem Hof in Spiez entsteht, ist ein Teil davon – kein Versprechen, kein grosses Programm, sondern ein konkreter Ort, an dem Nutzpflanzen und Wildpflanzen seit Jahren gemeinsam wachsen.

Biodiversität fängt nicht mit einer Kampagne an. Sie fängt im Garten an. Oder in der Wiese nebenan. Oder damit, eine Ecke nicht zu mähen.


Komm vorbei

Wenn du sehen möchtest, wie naturnahes Gärtnern und Mischkultur in der Praxis aussehen: Der Hofgarten Schwarzenbach liegt in Spiez, zwischen Niesen und Thunersee.

Schau vorbei, wenn dich gelebte Permakultur interessiert. Mehr Einblicke folgen.